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Rezension: Avifaunistischer Sammelbericht für den Schwalm-Eder-Kreis

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Natur im Schwalm-Eder-Kreis

Bezug: Christian Gelpke & Franziska Holzhauer, Am Grauen Turm 1, 34560 Fritzlar,
Tel. 0151-10714791, E-Mail: franziska.holzhauer@mail.de, Preis: 8,50 €

 

tl_files/fM_k0002/Bilder_Rezensionen/Cover Natur im Schwalm-Eder-Kreis 2015 2016 Band 23.jpgUnter diesem Titel verbirgt sich die bisherige Schriftenreihe „Avifaunistischer Sammelbericht für den Schwalm-Eder-Kreis“. Dessen letzte Ausgabe war 2010 als Doppelband 21/22 für den Zeitraum 01.08.2005 bis 31.07.2007 erschienen.

Nun zeigen die Kollegen aus dem Schwalm-Eder-Kreis Mut zur Lücke und haben für den Zeitraum 01.08.2015 bis 31.07.2016 einen neuen Sammelbericht herausgebracht. Einmal abgesehen von dem kaum leistbaren Arbeitsaufwand, die Berichtslücke von acht Jahren zu schließen, ist es auch nicht sehr spannend Darstellungen alter Beobachtungen zu lesen. Das Datenmaterial

für diesen Zeitraum liegt aber vor und kann für artbezogene Auswertungen und vielleicht auch eine Avifauna unseres Nachbarkreises genutzt werden.

 

Der neue Titel wurde gewählt, weil die neue Reihe außer für avifaunistische Sanmelberichte und ornithologische Textbeiträge auch für andere Artengruppen wie Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Tagfalter und Libellen geöffnet werden soll. Zunächst ist ein Sonderband geplant, in dem zum Beispiel ein Beitrag über eine Wiedehopfbrut und ein Bericht über Wiederfunde beringter Vögel sowie Artikel zu Luchs, Biber, Fischotter und Wildkatze enthalten sind.

 

Seit Erscheinen des letzten „Avifaunistischen Sammelberichts für den Schwalm-Eder-Kreis“ sind vier ehemals verbreitete Brutvogelarten ausgestorben: Bekassine, Raubwürger, Braunkehlchen und Grauammer. Mit Bienenfresser, Orpheusspötter, Seidensänger und Wiedehopf im Jahr 2015 konnten vier neue Brutvogelarten nachgewiesen werden, deren Ausbreitung Folge des Klimawandels ist. Bei Kiebitz, Wiesenpieper und Turteltaube ist in den letzten zehn Jahren eine Abnahme von mehr als 80 Prozent zu beklagen. Wie auch anderenorts steht dem eine positive Entwicklung von Arten wie Schwarzstorch, Uhu und Wanderfalke gegenüber. Der Graureiher  hat im Jahr 2016 mit 128 Brutpaaren in sieben Kolonien einen Höchststand erreicht.

 

Die sich zunehmend entwickelnden Schilf- und Röhrichtbestände von Sand- und Kiesgruben sowie Schlämmteichen bieten Lebensraum für Teichrohrsänger, Wasserralle und sogar Rohrweihe. Die Populationen von Zwergtaucher (43 Bp/Rev.) und Blaukehlchen (ca. 10 bis 20 Rev.) sind landesweit bedeutsam. Zwar weist der Schwalm-Eder-Kreis mit über 1000 Brutpaaren immer noch einen großen Anteil der hessischen Uferschwalben-Population auf, doch hat sich der Bestand in den letzten zehn Jahren halbiert.

 

In der Liste der 80 Beobachter finden sich auch neun Namen aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg. Lebensräume wie die Gewässer der ehemaligen Braunkohlegruben, Sandgruben oder die Schlämmteiche der Zuckerfabrik in Wabern versprechen immer wieder interessante Beobachtungen. Mit 207 Vogelarten präsentiert der von HGON und NABU herausgegebene aktuelle Sammelbericht eine hohe Artenvielfalt.

Einige Besonderheiten: Erster Brutnachweis der Schnatterente, Eistaucher, Löffler, Stelzenläufer, Seidensänger, Gänsegeier und als Erstnachweis im Kreisgebiet ein Schlangenadler, der 2014 im Südosten Frankreichs beringt wurde.

 

Der neue Sammelbericht wird sicher Naturfreunde aus den Nachbarkreisen motivieren, einmal eine Exkursion in den Schwalm-Eder-Kreis zu unternehmen.

Die Publikation gefällt durch ihre großformatige, moderne Aufmachung mit vielen guten Farbfotos (darunter auch einige von Bastian Meise) und mehrere Grafiken und Karten.

Wolfgang Lübcke

 

Facebook-Seite der Autoren mit Infos.