Themenseite Wald

Presseartikel ++ Pressemitteilungen ++ Infos zu Biodiversitätszielen der Landesregierung ++ Materialsammlung zur Douglasie ++ Hintergrundinformationen ++ Links

 

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Aktuell: Der Wald - ein sensibler Ort für Windräder (PDF)

 

Aktuell: Stellungnahme des Bioökonomierates "Holz in der Bioökonomie - Chancen und Grenzen" (PDF)

 

 

Presseartikel zum Thema Wald


19.01.2017,  WLZ: Sonderseite Kyrill (PDF)

 

11.10.2016, WLZ: Alte Buchen wichtig für Artenschutz - Zehn Jahre Nationalpark: Forscher ziehen positive Bilanz (PDF)

 

11.10.2016, WLZ: Je älter, desto mehr Bewohner - Die heimischen Wälder brauchen viel mehr alte Bäume zum Erhalt der Artenvielfalt (PDF)

 

02.06.2016, WLZ: Kompromiss für die Steilhänge - Land legt insgesamt rund 800 Hektar Wald im Forstamt Vöhl still, verzichtet aber auf große Fläche am See (PDF)

Leserbrief dazu von Norbert Panek, WLZ, 04.06.2016: Von Angstmachern und Gerüchte-Köchen

 

24.05.2016, WLZ: Die Axt im Buchenwald - Bestandaufnahme eines Welterbes: Buchautor Norbert Panek schlägt Alarm (PDF)

 

19.08.2014, HNA: Klärungsbedarf bei Douglasien - Forstamtsleiter Leicht erläutert, wie sich Waldwirtschaft im Burgwald durch FSC-Standard ändern muss (PDF)

 

03.08.2014, HNA: Sperlingskauz und Douglasie, Interview zum neuen Öko-Siegel FSC: Forstamt Burgwald ist Vorreiter (PDF)

 

09.03.2011, Naturschützer: Vorsicht mit Douglasie (JPG), Pressebericht HNA

Februar 2011: Douglasie nicht zum Brotbaum machen (PDF), Presseerklärung HGON

 

 

Pressemitteilungen

 

Aktuell: 09.10.2016: Mehr Naturschutz im Wald - NABU-Landesvertreterversammlung fordert rechtliche Sicherung (PDF)  +++   09.10.2016: Resolution Waldpolitische Forderungen - beschlossen von der Landesvertreterversammlung des NABU Hessen (PDF)


25.05.2016: Naturschutzverbände begrüßen Naturwälder - Rechtliche Sicherung aber unzureichend – weitere Gebiete notwendig (PDF)

 

17.01.2013: Naturwälder in Hessen: Pressemeldung des NABU Hessen (PDF) und Positionspapier zur natürlichen Waldentwicklung bis 2020 des NABU Bundesverbandes (PDF)

 

Pressemitteilung des NABU Kreisverbands Waldeck-Frankenberg zum Thema Wald


Waldeck-Frankenberg: In Sorge ist der Naturschutzbund Waldeck-Frankenberg (NABU) um die künftige Waldentwicklung. Deshalb beschloss der Kreisvorstand, sich im Jahr 2008 intensiv mit diesem Thema zu befassen. Geplant sind eine Fachanhörung, Exkursionen und Gespräche mit Waldeigentümern und Forstämtern.

Der NABU ist davon überzeugt, dass eine zu starke Betonung der ökonomischen Interessen zu Lasten ökologischer Erfordernisse sich langfristig auch ökonomisch negativ auswirke. Zwar sei die politische Vorgabe, in der Forstwirtschaft schwarze Zahlen zu schreiben, verständlich, das dürfe aber nicht auf Kosten der Artenvielfalt im Wald und dessen Erholungsfunktion gehen.

Erhaltung alter Baumbestände wichtig

In den letzten fünf Jahren sei allein im hessischen Staatswald der Holzeinschlag von 1,6 auf 2,1 Mio. Festmeter gestiegen. Insbesondere – so der NABU – dürften die Buchenaltholzbestände nicht mehr so intensiv wie in den letzten Jahren genutzt werden. Maßstab für das Prinzip der Nachhaltigkeit dürfe nicht allein der jährliche Zuwachs an Biomasse sein, sondern die Erhaltung genügend alter Baumbestände. Deshalb wendet sich die Naturschutzorganisation gegen die beabsichtigte Senkung des Umtriebsalters der Buche von derzeit 140 bis 160 Jahren auf nur noch 90 bis 120 Jahre.

NABU-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider (Battenberg): „ Wir haben über den Nationalpark hinaus eine Verantwortung für die Erhaltung ökologisch intakter Buchenwälder.“ Die geplante drastische Senkung des Umtriebsalters sei ein Indiz dafür, dass ältere Buchenbestände allmählich knapp würden. Bei dem weltweiten Abholzen von Laubwäldern sei es künftig auch ökonomisch interessant, einen größeren Vorrat an alten Buchen- und Eichenbeständen zu halten.

Artenschutz gefährdet

Schneider betonte, es bestehe die Gefahr, dass die Erfolge, die in den vergangenen Jahren im Artenschutz erzielt worden seien, aufs Spiel gesetzt werden. Beispielsweise gebe es im Kreis Waldeck-Frankenberg wieder etwa 15 Brutpaare des seltenen Schwarzstorches. Auch die Bestände des Schwarzspechts hätten sich positiv entwickelt. Wenn es nicht mehr genügend alte Buchen gebe, sei wieder mit einem Rückgang dieser Arten zu rechnen. Schneider: „Vom Höhlenbau des Schwarzspechts profitieren 43 Tierarten, von Fledermäusen bis hin zu Raufußkauz oder Hohltaube.“ Untersuchungen im Burgwald hätten gezeigt, dass 95 % der Schwarzspechthöhlen in Buchen mit einem Alter von 120 Jahren und älter gewesen seien.

Der hohe Nutzungsdruck im Wald führe dazu, dass ganzjährig in hoher Intensität Holz eingeschlagen werden müsse und so Rücksichtnahmen auf die Paarungs- (Balz-), Brut- und Aufzuchtszeiten der Tiere erschwert werden.

Countdown 2010

Der NABU verweist darauf, dass sich das Land Hessen im letzten Jahr im Rahmen des so genannten „Countdown 2010“ gegenüber der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) verpflichtet habe, den Artenschwund bis zu diesem Zeitpunkt zu stoppen. „Wir fragen uns“, so Schneider, „wie Hessen dieses Ziel mit den aktuellen Vorgaben der Forstpolitik erreichen will.“ Der NABU fordert die Erarbeitung eines „Alt- und Totholz-Konzeptes“ nach bayerischem Vorbild. Insbesondere müsse der Staatswald seiner Vorbildfunktion bei der Erhaltung der Artenvielfalt gerecht werden. Der NABU biete seine fachliche Mitarbeit bei einem solchen Konzept an.

Thema Douglasie

Mit Sorge verfolge der NABU auch die Absicht von einigen Kommunen, bei der Aufforstung von sturmgeschädigten Flächen überwiegend auf die Douglasie zu setzen. Das stünde insbesondere in den Naturparken Kellerwald und Diemelsee im Gegensatz zu deren Entwicklungszielen.

 

Presseartikel dazu: WLZ (23.01.2008)    HNA (22.01.2008)

 

Hessen hat sich im Rahmen des „Countdowns 2010“ gegenüber der Weltnaturschutzunion (IUCN) verpflichtet, bis 2010 das Biodiversitätsziel zu erreichen.

So sehen die Hessen-Ziele aus:

1. Die hessische Countdown 2010-Initiative unter den Bundesländern bekanntzumachen.
 
2. Das Netzwerk Natura 2000 bis 2010 zu vervollständigen.

3. Das 2010-Biodiversitätsziel in die nachhaltige Bewirtschaftung des hessischen Staatswaldes zu integrieren und dieses Ziel auch bei der Beratung sonstiger Waldbesitzer zu beachten.
 
4. Die Naturschutz- und Nutzerverbände einzuladen, an diesem Prozess aktiv mitzuwirken.
 
5. Artenhilfsmaßnahmen für bestimmte gefährdete Arten durchzuführen und fortzuentwickeln.


6. Für das 2010-Biodiversitätsziel in der Öffentlichkeit zu werben.

 

 


Douglasie und Naturschutz  -  eine Materialsammlung


Aus Wikipedia:
Douglasie ist Neophyt. „In Europa war die Gattung im Tertiär vertreten, im Verlauf der Eiszeit ist sie jedoch hier ausgestorben.“
„Da sie sich mittlerweile auch von selbst über Naturverjüngung stark ausbreitet und in bestimmte Standorte einwandert, wird sie aus Naturschutzsicht sehr kritisch gesehen.“
Artikel Douglasie. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Januar 2008, 22:44 UTC.
URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Douglasie&oldid=41731816

 

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Knoerzer, Dietrich (1999): Zur Naturverjüngung der Douglasie im Schwarzwald.
Inventur und Analyse von Umwelt- und Konkurrenzfaktoren sowie eine naturschutzfachliche Bewertung. Dissertationes Botanicae, Bd. 306, Verlag L. Cramer, Berlin u. Stuttgart

Besprechung von Michael Theis in Fachdienst Naturschutz 1/2002. S. 43/44

Beispiel für bodensaure Mittelgebirgslagen mit hohem Douglasienanteil. Alte, fruktifizierende Bestände.

„Aus naturschutzfachlicher Sicht muss auf geschützten und hochwertigen Biotopen oder Sonderstandorten ein Aufwachsen der Douglasie verhindert werden; insbesondere auf wärme- und lichtgünstigen Standorten können Verdrängungseffekte einsetzen. In der Umgebung sensibler Bereiche sollten über eine Standortplanung Pufferzonen ohne Douglasien eingehalten werden. Waldbaulich gesehen sollte ein Anbau auf frischere und gutwüchsige Bereiche beschränkt werden; Laubbaumanteile mit Laubwurf können die Naturverjüngung verringern und damit regulierbarer machen. Wegen der wenig voraussehbaren Entwicklung eines Douglasienanbaus (...) sollten die Anbauflächen auch landschaftsbezogen nur einen geringen Umfang einnehmen.“

 

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Appelfelder, Jan (1999): Anmerkungen zur Konkurrenzsituation der Narturverjüngung und der Ausbreitung der Douglasie (Psedotsuga menziesii) im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide.
Masterarbeit im Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz der Univ. Göttingen

Abstract

Die zunehmende Verbreitung der Douglasie in den Wäldern des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide stößt beim Naturschutz auf Bedenken, da hierdurch die angestrebte Entwicklung naturnaher Buchenbestände unterlaufen werden könnte. (...) Es zeigt sich, dass sich die Douglasie in Nadelholzbeständen bereits fest etabliert hat und sich künftig weiter ausbreiten wird. Problematisch ist die Einwanderung der Douglasie in Mischwälder, denn sie stört damit den angestrebten Waldumbau. Relikte naturnaher Buchenbestände erscheinen jedoch weniger gefährdet. Insgesamt überwiegen die Argumente, die Douglasie forsttechnisch zurückzudrängen.“

Ergebnisse:

„Es konnte gezeigt werden, dass sich die Douglasienverjüngung bei gleichzeitigem Einsetzen der Verjüngung verschiedener Baumarten auch gegen mengenmäßig überlegene Verjüngung anderer Arten durchsetzt.“
„Da die Douglasie von Wild verbissen wird und ca. 40 phytogene Insektenarten auf ihr vorkommen, kann diese Baumart nur bedingt als fremdes Florenelement angesehen werden. Dennoch wird die Douglasie die bestehenden Waldbestände stark verändern.“

 

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Krankheit: Douglasienschütte

Sebald, Seybold/Philippi: Die Farn- u. Blütenpflanzen Baden-Würtembergs Bd. 1, S. 198

„Die Douglasie wird gerne von Pilzen befallen, besonders leidet sie unter der Douglasienschütte. Der Erreger der Krankheit (Phaecryptopus gaeumannii), im Heimatgebiet der Pflanze ein harmloser Nadelbewohner, hat sich in Europa wegen anderer Umweltverhältnisse zu einem gefährlichen Schädling entwickelt.“

 

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Aus: Nationalpark Eifel. Wald in Entwicklung. Fachtagung 4.-5. Mai 2006, Monschau, Bericht

Kap.: Spezielle Empfehlungen für nicht-einheimische Baumarten
„Anders als die Fichte kann die Douglasie (...) in die naturschutzfachlich wertvollen Eichenwälder eindringen und diese dauerhaft verändern.“

 

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Bundesamt für Naturschutz: Invasive gebietsfremde Pflanzen in Deutschland
/www.floraweb.de/neoflora

„Trotz der erheblichen ökonomischen Bedeutung der Douglasie ist vergleichsweise wenig über die mit ihr verbundenen ökosystemaren Folgen bekannt.“ (...) Gleichzeitig bedeutet dies, dass die bereits bekannten Invasionsfolgen erst die Spitze des Eisbergs sind.“

„Im Schwarzwald ist das Eindringen in Sonderstandorte problematisch. Dies kann auf flachgründigen, nährstoffarmen Felsrücken oder in Blockmeeren, z. B. im Buntsandstein von Schwarzwald und Odenwald der Fall sein. Auch im Birken-Eichenwald und in Traubeneichenwäldern trocken-saurer Silikatstandorte sind Probleme zu erwarten.“

„Über die Douglasienbekämpfung aus Naturschutzgründen gibt es bisher wenig Erfahrungen. Am günstigsten wäre die Durchsetzung eines Managementkonzepts, das den Schutz empfindlicher Biotope gewährleistet und den Anbau auf weniger empfindlichen Flächen zulässt.“

„In der Nähe besonders schutzwürdiger Biotope sollte auf den Douglasienanbau verzichtet werden, um zu verhindern dass Douglasien einwandern. Die Pufferzone sollte dabei mehrere hundert Meter bis zu 2 km im Umkreis eines gefährdeten Biotops umfassen.“

„In den als „Waldbiotop“ ausgewiesenen Traubeneichen-Wäldern des Freiburger Stadtwaldes wird der Douglasien-Aufwuchs manuell beseitigt.“

 

 


 

Hintergrundinformationen

 

Prinzip der Nachhaltigkeit

Als Holzvorrat gilt die gesamte Holzmasse, über alle Altersklassen hinweg. Die Vorratsüberschüsse liegen jedoch vor allem in den unteren und mittleren Altersklassen. In den Althölzern (ab einem Alter von 120 Jahren) gab und gibt es in Hessen keine Vorratsüberschüsse. Doch erfolgt der Abbau des Vorrats im Wesentlichen genau über diese Althölzer. Hinzu kommt, dass die Hiebssätze keine außerplanmäßigen Baumverluste, durch Windwurf, Schneebruch usw. berücksichtigen. In Wirklichkeit verschwinden also immer mehr Bäume, als die Einschlagstatistik anzeigt.

 

Daraus folgt eindeutig: Im hessischen Staatswald verschwinden heute, trotz erhöhtem Gesamtvorrat an Holz, gerade die alten, ökologisch so wichtigen Laubholzbestände. Die Statistik von Hessen-Forst beziffert das sogar: bis 2045 wird sich die Fläche mit Buchenalthölzern über 120 Jahre im hessischen Staatswald um 22% verringert haben. Bezüglich des Vorrats an Altbuchen wird also das Prinzip der Nachhaltigkeit verlassen.

Aus: HGON Sonderheft Mitglieder-Information: Schwerpunktthema: Naturschutz im Wald,Bezug: Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Lindenstr. 5, 61209 Echzell, E-Mail: info@hgon.de

 

 

Norbert Panek:
Umgang mit FFH-Buchenwäldern - Beispiel Nordhessen (PDF)
aus: Jahrbuch Naturschutz in Hessen, Bd. 11/2007, S. 84 - 86.
Mit freundlicher Genehmigung der Nordhessischen Gesellschaft für
Naturkunde und Naturwissenschaften (NGNN)

 

Norbert Panek:
Deutschlands Verantwortung für den
Schutz der Rotbuchenwälder (PDF)
 

 


 

 

Links zum Thema Wald


Seiten des NABU Hessen zum
Thema Wald und Naturschutz

 

Wikipedia-Artikel zur Douglasie

 

Artikel zur Problematik der Douglasie
(Website des BfN zu Neophyten und
gebietsfremden Pflanzen)

 

Webseite zur Baumbestimmung

 

Wikipedia-Artikel "Wald"

 

Wikipedia-Artikel "Forstwissenschaft"

 

Website der "Schutzgemeinschaft Dt.Wald"
Landesverband Hessen

 

Seiten "Naturschutz/Forsten" der hess. Landesregierung

 

Übersichtskarte der hessischen Forstämter mit Verlinkung

 

Wikipedia-Artikel zum Thema Nachhaltigkeit (Forstwirtschaft)