NSG Auf dem Tiergarten bei Frankenberg

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Erstausweisung: 1989
Gemeinde: Frankenberg (Frankenberg)
MTB 4918
Schutzgrund: Bot, Zool
Größe: 16,94 ha
 


Lage und Besonderheiten
Das ehemalige Kiesabbaugebiet liegt etwa ein Kilometer nördlich von Frankenberg zwischen der Eder im Westen und dem Walkegraben im Osten. Beide Gewässerabschnitte gehören zum NSG, das insbesondere Brut-, Nahrungs- und Rastbiotop seltener Vogelarten ist.

 

Ehemals im Gebiet vorhandene Ackerflächen wurden in Grünland umgewandelt, so dass das NSG nun aus drei Bereichen besteht: den fünf ehemaligen Baggerteichen, den beiden Fließgewässerabschnitten und einem großen Grünlandkomplex, der extensiv mit Rindern beweidet wird. Er bildet innerhalb der Ederaue einen wertvollen Lebensraum für verschiedene Insekten- und Vogelarten.


Besucherhinweis:

Von Frankenberg aus führt der Ederauenradweg zum NSG. An dem Radweg besteht eine Parkmöglichkeit unterhalb des Zubringers von Frankenberg zur B 252 (auf der Ederseite des Brückenbauwerkes).

 


 

 

Kurzübersicht Pflanzenwelt

Die ehemaligen Baggerteiche mit ihren Laichkrautgesellschaften und Röhrichtbeständen sind Bruthabitat des Zwergtauchers, der meist mit zwei Paaren vertreten ist. Als Winter- und Nahrungsgäste kommen Gänsesäger, Kormoran und Reiherente vor. Die mageren Grünlandbereiche mit vereinzelten Hecken dienen regelmäßig dem Raubwürger als Winterrevier. Die Eder und der Walkegraben sind Brutgewässer der charakteristischen Arten der Bergbäche Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze. Im Mündungsbereich des Walkegrabens mit auwaldartigem Charakter brütet der Kleinspecht.

 

In unmittelbarer Nähe zum NSG siedelte sich auf Erlen 2005 eine Graureiherkolonie mit 13 Horsten an. Das NSG hatte für diese Kolonie eine wichtige Funktion als Nahrungshabitat. 2006 waren zunächst 19 Horste vorhanden, die jedoch innerhalb von drei bis vier Tagen verwaisten. Vermutlich fielen die Brüten den im Bereich der Walkemühle zahlreichen Waschbären zum Opfer.

 

 

Kurzübersicht Tierwelt

 

Bemerkenswert ist neben Erdkröte und Teichmolch die Grasfroschpopulation, die auf 250 Tiere geschätzt wurde (1988).

 

Unter den 13 Libellenarten trat 2006 die Gebänderte Prachtlibelle häufig auf. Hervorzuheben ist auch das Vorkommen der Kleinen Zangenlibelle.


Es konnten bisher 60 Schmetterlingsarten nachgewiesen werden. Von den 23 Tagfalterarten kommt als Besonderheit eine große Population des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (FFH-Art) vor. In Hessen gefährdet sind außerdem Brauner Feuerfalter und Jakobskraut-Bär (Tyria jacobaeae).

 

In den Grassäumen lebt die Wespenspinne (Argyope bruennichi).

 

Im Walkgraben wurden 1988 Schalenreste von Malermuschel (Unio pictorum) und Flussmuschel (Unio tumidus) gefunden.

 


Klicken Sie auf die Miniaturen, um sie zu vergrößern.



Genauere Informationen zu

Flora, Fauna und Insektenwelt

des Naturschutzgebietes finden sich

auf den Seiten 196 - 197 in:
„Naturschutzgebiete in Hessen“, Band 4:

Waldeck Frankenberg und Nationalpark Kellerwald-Edersee

 

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