Rezension: Jahresheft Libellen in Hessen

zurück zur Seite "Rezensionen"

 
Zehn Jahre „Libellen in Hessen“

 

tl_files/fM_k0002/Bilder_Rezensionen/Heidelibelle Wimbauer.jpgDie 10. Ausgabe des vom „Arbeitskreis Libellen in Hessen“ der HGON herausgegebenen Jahresheftes ist soeben erschienen. Anlass für eine Jubiläumsbilanz: Rund 800 Druckseiten mit 65 Beiträgen von 32 Autoren.

Die Jahresberichte dokumentieren die Beobachtungen, gegliedert in die Abschnitte Vorkommen und Phänologie. Für den aktuellen Jahresbericht 2016 steuerten 79 Beobachter ihre Daten bei. In der Namensliste fällt auf, dass viele hessische Ornithologen darunter sind, die sich für diese „geflügelte Abteilung“ interessieren.

Wie auch bei anderen Artengruppen sind solche Publikationen nicht nur für die Dokumentation wichtig, sie regen zugleich die Beobachtung- und Meldetätigkeit an. Doch es fällt auf, dass nur etwa zehn Prozent der gelieferten Datensätze aus Nordhessen stammen. Die Hessen-Karte zeigt auch in Waldeck-Frankenberg als dem größten hessischen Landkreis große Lücken. Aufgeführt werden für diesen Bereich mit Wilhelm Breßler, Jorre Hasler, Bastian Meise, Maik Sommerhage und Michael Wimbauer nur fünf Beobachter. Es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Jahren das Interesse an dieser spannenden Artengruppe wächst, denn sie enthält viele Indikatorarten, die für die unterschiedlichsten Lebensräume stehen.

Aus Waldeck-Frankenberger Sicht seien zwei Beiträge besonders hervorgehoben:
Michael Wimbauer berichtet über seinen Wiederfund der Gebänderten Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum), eine der schönsten Libellenarten Deutschlands. Er konnte sie im Herbst 2016 an einer Kiesgrube bei Mehlen fotografieren. Diese Art galt in Hessen über Jahrzehnte als verschollen und konnte 1981 an sieben Standorten wiederentdeckt werden. Die letzte hessische Beobachtung bis zur Entdeckung von Wimbauer stammte aus dem Jahr 2011.

Dr. Jochen Tamm berichtet über das Vorkommen der Gestreiften Quelljungfer (Cordulegaster bidentata) im Taunus, die in Quellbereichen lebt. Seine Arbeit ist deshalb für uns von Interesse, weil der Autor diese Art auch im Kellerwald – insbesondere im Nationalpark – und im Rothaargebirge kartiert hat.

Wolfgang Lübcke