NSG Vorsperre Twistetalsperre

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Erstausweisung: 1976
Stadt: Bad Arolsen (Braunsen)
MTB 4620
Schutzgrund: Orni
Größe: 27,24 ha

 

Presseartikel:

WLZ, 19.09.2012: Paradies für Mensch und Natur (PDF) - Der Vorstau am Twistesee ist ein Schutzgebiet im Rahmen der europäischen FFH-Richtlinie (Quelle: wlz-fz.de)

HNA, 12.01.2011: Becken wird ausgebaggert (PDF) - Land und Wasserverband investieren 300 000 Euro für Vorsperre des Twiste-Stausees

 

Lage und Besonderheiten
Die Vorsperre wurde im November 1974 eingestaut und 1976 als NSG ausgewiesen. Sie liegt an der B 450 zwischen Landau und Bad Arolsen sowie an der Abzweigung der K8 in Richtung Braunsen. Kern des NSG ist das Vorbecken in der Talaue der Twiste mit dem ehemaligen Mühlengraben, Teile der unteren Talhänge sind einbezogen.

Das Gebiet dient der Sedimentablagerung und steht sonst ausschließlich dem Naturschutz zur Verfügung; es wird weder geangelt noch gejagt. Eine Vermessung im Jahre 1998 ergab eine Verringerung des Wasservolumens um 40 % innerhalb von 24 Jahren; die Wasserfläche reduzierte sich um ein Viertel auf 11 ha (in 2003 nur noch 8,37 ha). Die Vorsperre wurde ihrer Funktion als Sedimentfang nicht mehr ausreichend gerecht. Die Schlammablagerung hatte auch Auswirkungen auf die Bedeutung des Gebietes für den Vogelschutz. Im Januar 2011 wurde schließlich mit Ausbaggerungsarbeiten begonnen, welche Mitte März 2011 abgeschlossen wurden (Bericht dazu im Eder-Diemel-Tipp: PDF).

 

Besucherhinweis:
Ein Parkplatz befindet sich unterhalb der Vorsperre am Hauptstau direkt an der Bundesstraße Richtung Landau. Von diesem gelangt man durch die Unterführung der Bundesstraße zu einer Beobachtungshütte, aus der sich das Gebiet gut überschauen lässt. Ein Wanderweg führt am Nordwestufer des NSG entlang, bietet jedoch keinen guten Einblick in das NSG.

 


 

 

Kurzübersicht Tier- und Vogelwelt
Die Schlammablagerungen führten im Laufe der Jahre zu Veränderungen in der Bedeutung des Gebietes für den Vogelschutz. Von 1974 bis 2003 konnten insgesamt 153 Vogelarten, bis 2011 hingegen 189 Vogelarten nachgewiesen werden.

 

Charakteristische Wasservogelarten des NSG sind Krickente, Stockente, Reiherente und Blässhuhn. Im Gebiet befinden sich die kreisweit einzigen bzw. z. T. regelmäßigen Vorkommen von Wasserralle, Flussregenpfeifer und Krickente. Der Haubentaucher hatte in den 1990er Jahren gute Brutergebnisse, gehört aber mittlerweile nicht mehr zu den Charaktervogelarten. Tauchende Arten wurden durch die stark zugenommene Ablagerung von Sinkstoffen benachteiligt, weil die Tauchtiefe geringer wurde und sich der Lebensraum für die Beuteorganismen einengte. Von der Röhrichtausbreitung am Vorstau profitieren Rallen. Diverse Limikolen profitieren von dem Wehr zum Hauptstau, da dieses die Regulierung des Wasserstandes ermöglicht (Rastmöglichkeiten durch Trockenfallen der Uferbereiche).

 

Das Gebiet ist Top1-Gebiet im Landkreis für durchziehende Flussuferläufer, Waldwasserläufer und Bruchwasserläufer.

 

Während Ende der 1970er Jahre ein sehr großes Vorkommen verschiedener Amphibienarten zu verzeichnen war, konnten 2003 nur noch in geringer Zahl Erdkröte, Grasfrosch und Fadenmolch nachgewiesen werden. Es existiert ein Bestand an Wasserfröschen.

 

92 Schmetterlingsarten und 10 Libellenarten konnten bisher beobachtet werden. Bei den Fischen konnte die Groppe nicht mehr nachgewiesen werden (Bestandseinbruch vermutlich ebenfalls durch starke Verschlammung).

 

Klicken Sie auf die Miniaturen, um sie zu vergrößern.

 

 

Genauere Informationen zu

Flora, Fauna und Insektenwelt

des NSG Vorsperre Twistetalsperre

finden Sie auf den Seiten 111 - 114 in:
„Naturschutzgebiete in Hessen“, Band 4:

Waldeck Frankenberg und Nationalpark Kellerwald-Edersee

 

 

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