NSG Iberg bei Hörle

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Erstausweisung: 1970

(1987 einstweilige Sicherstellung von Erweiterungsflächen, inzwischen zum Schutzgebiet gehörend)
Gemeinde: Volkmarsen (Hörle)
MTB 4520
Schutzgrund: Bot , Öko
Größe: 29,26 ha

 

Lage
Das NSG liegt zwischen dem Volkmarser Stadtteil Hörle und dem westfälischen Welda. Im Norden grenzt es direkt an Nordrhein-Westfalen an. Bereits 1970 wurde am Iberg ein nach Westen exponierter Muschelkalkhang (7,9 ha) als NSG ausgewiesen, um alte Huteflächen als Standort wärme- und kalkliebender Pflanzengesellschaften zu erhalten. Unterhalb des Westhanges hat der NABU Waldeck-Frankenberg eine drei Hektar große Grünlandfläche angekauft, die an das NSG grenzt und dieses ergänzt.

 

Besucherhinweis:
Insgesamt ist das NSG nicht so gut zugänglich und die Strukturen sind kleinräumig. Da die Artenausstattung weitgehend der des NSG "Scheid bei Volkmarsen" ähnelt, empfiehlt sich dem botanisch Interessiertem ein Besuch dieses größten, nahe gelegenen Kalkmagerrasengebietes, das gut erschlossen ist.

 

 

Kurzübersicht Pflanzenwelt

Mit 311 höheren Pflanzenarten (1987) ist der Iberg eines der artenreichsten Naturschutzgebiete in Waldeck-Frankenberg.

 

- ursprüngliche Schafbeweidung nahm in 1950er Jahren immer mehr ab, 1970 ganz eingestellt; ehemals ausgedehnte Enzian-Fiederzwenken-Rasen nur noch kleinräumig vorhanden

 

- inzwischen wieder Beweidung durch Schafe, um Flächen mit Enzian-Fiederzwenken-Rasen wieder zu vergrößern, Teilfläche am Rand wird mit Rindern beweidet

 

Namensgebende Pflanzen sind Gewöhnlicher und Deutscher Fransenenzian (Gentianella ciliata, G. germanica); charakteristisch auch Hügel-Meier (Asperula cynanchica), Knack-Erdbeere (Fragaria viridis), Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera), sowie Sumpf- und Schopfiges Kreuzblümchen (Polygala amarella, P. comosa).

 

Eine Reihe von ehemaligen Hutebuchen im Unterhang zeugen von der ehemaligen Weidenutzung. Auf den nicht mehr beweideten Flächen haben sich unterschiedliche Sukzessionsstadien entwickelt; große Flächen sind mit Kiefernwald bedeckt und enthalten eine Reihe bemerkenswerter Waldkräuter.

 

Detaillierte Informationen zu den Vegetationseinheiten finden Sie in "Naturschutzgebiete in Hessen" Band 4 (Seiten 104-106).

 

Kurzübersicht Tier- und Vogelwelt
Der Iberg ist eines der NSG mit der höchsten Schmetterlingsvielfalt (280 nachgewiesene Arten, davon 75 mit Rote-Liste-Status). Als Charakterarten unter den 51 Tagfalterarten gelten u. a.  Mattscheckiger Braundickkopffalter, Komma-Dickkopffalter, Himmelblauer Bläuling, Silberfleck-Perlmuttfalter und der sehr seltene Kleine Eisvogel.

 

Weiterhin wurden 48 Schnecken-, 12 Heuschrecken- und 19 Ameisenarten festgestellt. Die Reptilien sind mit Waldeidechse und Blindschleiche vertreten.

 

Zur Vogelwelt konnten aktuell (2006) Rotmilan, Neuntöter (4 Reviere) und Baumpieper bestätigt werden.

 

 

Panorama NSG Iberg bei Hörle
Panoramaaufnahme Naturschutzgebiet Iberg bei Hörle (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Klicken Sie auf die Miniaturen, um sie zu vergrößern.

 

Genauere Informationen zu

Flora, Fauna und Insektenwelt

des NSG Iberg bei Hörle finden Sie

auf den Seiten 104 - 106 in:
„Naturschutzgebiete in Hessen“, Band 4:

Waldeck Frankenberg und Nationalpark Kellerwald-Edersee

 

 

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