NSG Diebskeller - Landgrafenborn

<<  zur NSG-Übersicht  >>

Erstausweisung: 1987
Stadt: Rosenthal (Roda)
überwiegend im Krs. Marburg-Biedenkopf
MTB 5018
Schutzgrund: Bot, Zool
Größe: 20 ha
FFH-Gebiet Nr. 5018-303


Lage und Besonderheiten
Die schmalen Talgründe des NSG im Einzugsbereich der Wetschaft sind von den bewaldeten Höhen des Burgwaldes umgeben. Geschützt sind die in unserem Raum höchst selten vorkommenden, stark gefährdeten Lebensraumtypen der Moorheide, der Übergangs- und Schwingrasenmoore sowie Moorwälder.

 

Beeinträchtigt wird das Gebiet einerseits durch Fichtenanpflanzungen und Fichtenjungwuchs. Des weiteren wirken sich historische Entwässerungsmaßnahmen (Grabensystem und Torfabbau) heute immer noch negativ auf den Wasserstand des Torfmoores aus.

 

Besucherhinweis:

Von der Ortsmitte Roda aus (Bushaltestelle) sind es ca. 2 km. Man gelangt über den Teichweg nach Süden in das obere Tal der Wetschaft, die aus dem zentralen Burgwald kommt und im Diebskeller entspringt.

 


 

 

Kurzübersicht Pflanzenwelt

Als Arten mit europäischem Schutzstatus kommen vier seltene Torfmoosarten vor (u.a. Sphagnum magellanicum), sowie Sprossender und Keulen-Bärlapp (Lycopodium annotinum, L clavatum), Sonnentau (Drosera rotundifolia), Wald-Lausekraut (Pedicularis sylvatica), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Scheidiges Wollgras (E. vaginatum), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) und die überregional seltene atlantische Glocken-Heide (Erica tetralix).

 

Kurzübersicht Tierwelt

Besondere Brutvogelarten sind Waldschnepfe, Grauspecht und Erlenzeisig (Brutzeitbeobachtungen mit Gesang).

 

Unter den 53 bisher nachgewiesenen Schmetterlingsarten sind auch Charakterarten des kühl-feuchten Moorlandes. Hier finden sich Besonderheiten wie z. B. Faulbaumbläuling, Heidelbeer-Grünspanner (Jodis putata) und Pupurstreifen-Kleinspanner (Idaea muricata), der Große Schillerfalter und die gefährdeten Bärenspinnerarten Wegerichbär (Parasemia plantaginis) und Rotrandbär (Diacrisia sannio).

 

Von den vier festgestellten Libellenarten kommt der in Hessen stark rückläufige, in moorigen Biotopen lebende Vierfleck in großer Individuendichte vor.

 

Typische Spinnenart der Übergangsmoore des Burgwaldes ist die Listspinne (Dolomedes fimbriatus).

 

 

Klicken Sie auf die Miniaturen, um sie zu vergrößern.



Genauere Informationen zu

Flora, Fauna und Insektenwelt

des Naturschutzgebietes finden sich

auf den Seiten 201 - 202 in:
„Naturschutzgebiete in Hessen“, Band 4:

Waldeck Frankenberg und Nationalpark Kellerwald-Edersee

 

<<  zur NSG-Übersicht  >>