Fledermäuse

Geheimnisvolle Tiere mit außergewöhnlichen Fähigkeiten

 

 

Fledermausfunde können bei folgenden Mitgliedern der NABU AG Fledermausschutz gemeldet werden:
 

Bereich Korbach:            Jonas Behle,   05631 3614,   JonasBehle@t-online.de,

Bereich Bad Arolsen:      Dr. Claudia Wulff,   05641 744742,   orlaya@gmx.de,

Bereich Frankenau:        Herbert Ruhwedel,   06455 8932,   H_Ruhwedel@t-online.de,

Bereich Frankenberg:     Frank Seumer,   06451 21715,   Frank.Seumer@t-online.de

 

Zudem hat der NABU Hessen in Kooperation mit dem Land Hessen eine Fledermaus-Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 030 284 984 5000 werden alle Fragen rund um Fledermäuse beantwortet und wenn erforderlich, regionale Ansprechpartner und Experten der NABU-Landesarbeitsgruppe Fledermausschutz vermittelt.                Pressemitteilung: Junge Fledermäuse in Not (PDF)


Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Seiten zum Themenbereich Fledermäuse:
NABU-Aktion "Fledermausfreundliches Haus" Fledermaus-Erlebnisabende (NAJU Frankenberg)

 

 

Faszinierende Flugkünstler


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Fledermaus1.jpgSchon seit alters her haben Fledermäuse die Phantasie der Menschen beflügelt. Kaum eine andere Tierart wurde mit so vielen Sagen und Mythen bedacht. Auch heute noch empfinden viele Menschen diese lautlosen, nachtaktiven Flugkünstler als unheimlich. Unsere heimischen Fledermäuse sind keine Ungeheuer, sondern harmlose Insektenvertilger. Alle bei uns vorkommenden Fledermausarten sind ihrem Bestand gefährdet und stehen auf der "Roten Liste".

Als einzige Säugetiere der Welt sind die Fledertiere zum aktiven Flug fähig. Sie besitzen eine dünne Flughaut als Tragfläche. Diese wird von den Armen, den extrem verlängerten Fingern und den Beinen aufgespannt.

 

 

Nächtliche Jäger


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Fledermaus2.jpgLautlos bewegen sich die Fledermäuse durch die dunkle Nacht. Mit einem Echoortungssystem nehmen sie ihre Umwelt wahr. Dazu stoßen sie für uns nicht hörbare Ultraschallrufe aus, deren Echo ihnen ein Klangbild ihrer Umgebung vermittelt. Auch ihre Nahrung orten sie auf diese Weise. Auf dem Speiseplan unserer einheimischen Fledermausarten stehen ausschließlich Insekten wie Mücken, Nachfalter oder Käfer. Fledermäuse nehmen pro Nacht durchschnittlich ein Viertel ihres Eigengewichtes an Nahrung auf.

 

 

Das Fledermausjahr


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Fledermaus3 GrMausohr.jpgDas Leben unserer einheimischen Fledermausarten wird durch den Wechsel der Jahreszeiten bestimmt. Im Winter verkriechen sich die Insektenjäger in geschützte Bereiche. Sie überstehen die nahrungslose Zeit in einem tiefen Winterschlaf. Frostfrei sollen die Schlafplätze allerdings sein. Damit die Fledermäuse während der Schlafphase nicht vertrocknen, brauchen sie außerdem eine hohe Luftfeuchtigkeit. All dieses finden sie in ehemaligen Bergwerken, Felshöhlen oder alten Kellergewölben. Manche Fledermausarten überwintern in großen Gruppen sogar in frostigen Baumhöhlen oder Mauerspalten an Hausfassaden.

(Ebenso wie z.B. beim Igel sinkt die Körpertemperatur, bis sie der frostfreien Umgebung angepasst ist. Der Energiebedarf wird dadurch drastisch reduziert. Nur so reichen die angefressenen Fettreserven aus dem Herbst, um die Wintermonate zu überstehen. Das Aufwachen aus dem Tiefschlaf ist sehr kräftezehrend und darf deswegen während des Winters nicht zu oft geschehen.)

 

 

Von Mauerspalten bis Spechthöhlen


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Baum.jpgWenn im Frühjahr die Insekten wieder fliegen, erwachen auch die Fledermäuse. Jetzt suchen sie warme und trockene Sommerquartiere auf. Diese findet man nicht selten in und an Gebäuden. Hier gibt es vielerlei Versteckmöglichkeiten wie etwa auf Dachböden oder in Mauerspalten. Einige Arten bevorzugen auch Quartiere in Bäumen. Während die Weibchen in größeren Kolonien den Nachwuchs zur Welt bringen und großziehen (Wochenstuben), leben die Männchen einzeln. Erst im Herbst treffen sich Männchen und Weibchen wieder, um für die neue Fledermausgeneration zu sorgen (Paarungsquartieren). In dieser Zeit fressen die Fledermäuse auch ihre Fettpölsterchen für den Winterschlaf an.

Zwischen den Sommer- und Winterquartieren können sehr große Entfernungen liegen. So legen manche Arten mehrere hundert Kilometer zurück. Die meisten Fledermäuse überwintern in der näheren Umgebung oder verbleiben sogar in ihrem Sommerversteck.

 

 

 

Was fliegt denn da?



tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Zwergfledermaus.jpgZwergfledermaus


Die Zwergfledermaus ist mit fünf Gramm Körpergewicht die kleinste einheimische Fledermausart. Die "Zwerge" verkriechen sich im Sommer und Winter hinter Hausverkleidungen und Fensterläden. Sie jagen bevorzugt in Gärten und an Waldrändern. In den Monaten August und September verfliegen sich die kleinen Fledermäuse gern in die Wohn- und Schlafzimmer der Menschen.

 

 

 

 

 

 
tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Wasserfledermaus.jpgWasserfledermaus


Diese mittelgroße Art jagt fast ausschließlich direkt über der Gewässeroberfläche nach Insekten. Wasserfledermäuse nutzen im Sommer vorwiegend Quartiere in Baumhöhlen. Bei der nächtlichen Jagd kann eine Wasserfledermaus bis zu 200 Kilometer Flugstrecke zurücklegen und etwas 5000 Mücken vertilgen.

 

 

 

 

 

 

 

 


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/GroAbendsegler.jpgGroßer Abendsegler


Der Große Abendsegler, eine der größten einheimischen Arten, jagt im hohen Luftraum nach Nachtfaltern und großen Fluginsekten und erscheint bereits kurz nach Sonnenuntergang. Seine langen Flügel mit bis zu 40 Zentimeter Spannweite kennzeichnen ihn als gewandten Flieger, der vorwiegend im Baumhöhlen lebt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Bechsteinfledermaus.jpgBechsteinfledermaus


Auffälligstes Merkmal dieser mittelgroße Art sind ihre großen Ohren. Bechsteinfledermäuse leben bevorzugt in den europäischen Laubmischwäldern. Häufig ist diese Art in Fledermaus- oder Vogelnistkästen anzutreffen.

 

 

 

 

 

 


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Mopsfledermaus.jpgMopsfledermaus


Früher eine der häufigsten Arten, gilt sie in vielen Gegenden mittlerweile als ausgestorben. Mopsfledermäuse leben in den bergigen Waldregionen Mitteleuropas. Ihre Lieblingsbeute sind Kleinschmetterlinge, die sie im wendigen Flug an Waldrändern oder dicht über Baumwipfeln fangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fledermäuse brauchen Freunde


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Hauswand.jpgFledermäuse sind sehr stark auf verständnisvolle Menschen angewiesen. Nur wenn jeder einzelne zum Schutz der bedrohten Tiere beiträgt, können sie künftig wieder häufiger beobachtet werden.

Helfen auch Sie den Fledermäusen!


Schützen Sie die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse!
- Schaffen Sie einen naturnahen Garten ohne Gift !
- Helfen Sie mit, eine strukturreiche Landschaft zu erhalten.

 

Schützen Sie die Quartiere der Fledermäuse!
- Keine Störung beim Winterschlaf oder am Sommerhangplatz
- Keine Verwendung von giftigen Holzschutzmitteln am Haus
- Öffnung des Daches durch "Fledermausziegel" oder Einfluglöcher
- Anbringung von Fledermausbrettern an der Hauswand für Spaltenbewohner
- Erhalt höhlenreicher Bäume in Wald und Feld
- Erhaltung und Sicherung von Gewölbe- und Felsenkellern als Winterquartier

 

Melden Sie Fledermausvorkommen und Quartiere, verletzte und tote Tiere!

 

 

 

Fledermäuse in Waldeck-Frankenbergtl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Stollen.jpg


Im Landkreis sind bisher 17 Fledermausarten nachgewiesen, davon kommen 14 Arten auch im Nationalparkgebiet vor.

 

Großes Mausohr, Große und Kleine Bartfledermaus, Teichfledermaus oder Mopsfledermaus verbringen vermutlich nur ihren Winterschlaf in Waldeck-Frankenberg.

 

Besonderheiten sind die Rauhhautfledermaus, die Nordfledermaus und die Zweifarbfledermaus, die nur selten bei uns auftauchen.

 

 

 

 

 

 

 

Wo begegnen wir unseren Fledermäusen?tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/Hoehle.jpg


In Gärten und Parks ......


gehen abends Zwergfledermäuse, Fransenfledermäuse und Breitflügelfledermäuse auf Jagd, fast in jedem Dorf oder in jeder Stadt.

 

Am Edersee .....


an Stauseen, Teichen und Gewässern fliegen in der Nacht Wasserfledermäuse dicht über die Wasseroberfläche. Ihre Rufe können mit Ultraschalldetektoren hörbar gemacht werden. Mit Hilfe einer starken Taschenlampe kann man den Jagdflug beobachten.

 

Im Wald .......


leben Abendsegler, Bechsteinfledermaus und Braunes Langohr, die dort am Boden oder hoch über den Baumwipfeln auf Insektenfang gehen.

 

 

 

Die NABU Arbeitsgruppe Fledermausschutz


... kümmert sich seit vielen Jahren um die bedrohten Tiere.
Bei Fragen, Quartiermeldungen oder Interesse an Exkursionen oder Vorträgen wenden Sie sich an:

Herbert Ruhwedel, Lärchenstraße 12, 35110 Frankenau, Tel.: 064555/8932, H_Ruhwedel@t-online.de

Frank Seumer, Dr.-Loderhose-Str. 16, 35066  Frankenberg, Tel.: 06451/21715, Frank.Seumer@t-online.de

 

 

 

Fledermaus-Erlebnisabende


tl_files/fM_k0002/Bilder_Themen/FEA5.jpgFledermäuse, die geheimnisvollen "Kobolde der Nacht" haben den Menschen schon immer fasziniert. Wer hat schon einmal Möpse, Abendsegler, Mausohren oder Zwerge gesehen ?

Bei einem Fledermauserlebnisabend mit der Naturschutzjugend kann man die interessanten und faszinierenden Flugsäuger näher kennen lernen. Nach einem Diavortrag über die Biologie und Lebensweise der verschiedenen Fledermausarten kann man "Batman und seine Freunde" am Edersee oder auf Burg Hessenstein live erleben. Mit Ultraschalldetektoren werden ihre Laute hörbar gemacht.

Zum rund zweistündigen Programm gehört auch das lustige Kreisspiel "Fledermaus und Nachtfalter" und ein großes Fledermauspuzzle.

 

Weitere Infos zu den Fledermaus-Erlebnisabenden gibt es hier.

 

 

Fotos: Klaus Bogon (Kassel), Achim Frede (Vöhl), Markus Dietz (Gießen)